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WICHTIG: Veranstaltungen finden in der Gemeinde vorerst nicht statt.

 

Liebe Gemeinde und Gottesdienstbesucher,

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einen Punkt erreicht, an dem die Behörden in Schleswig-Holstein keine öffentlichen Veranstaltungen mehr zulassen. Dies beginnt ab sofort und wird auf unbestimmte Zeit andauern. Das bedeutet, dass alle unsere geplanten Treffen, unsere Gottesdienste und Gebetstreffen vorerst nicht stattfinden werden.

Das hat uns nicht unvorbereitet erwischt. Wir haben die Möglichkeiten für die kommende Zeit erkundet, und wir werden dies während dieser Zeit auch weiterhin tun.

Unsere Internetseite salemluebeck.de wird der Ort sein, an dem wir uns treffen werden. Hier werden wir Videobotschaften und anderes Material zur Verfügung stellen. Viele von uns sind in der Salem WhatsApp-Gruppe. Dies wird ein weiterer Ort sein, an dem wir euch auf dem Laufenden halten werden.

Es gibt Leute, die nicht online präsent sind. Wenn du jemanden kennst, der ein Besucher der Gemeinde ist, dann teile ihm bitte all diese Informationen mit.

Wenn die “normalen” Abläufe der Gemeinde sich vorübergehend ändern, werden auch die Strukturen unseres Glaubens auf persönlicher Ebene herausgefordert. Es mag anfangs beängstigend sein, aber ich glaube, dass der Geist auf eine andere Art und Weise in uns wirkt – ein Erwachen des Herzens, ein volles Vertrauen und eine Abhängigkeit von Gott, in einer Weise, die wir unter „normalen“ Umständen nicht gedacht hätten.

Wir stecken da gemeinsam drin, und wir sind eins. Wir werden nicht deshalb eins, weil wir uns im selben Gebäude treffen, sondern weil wir durch die Liebe unseres Vaters, das Opfer des Sohnes und die Einheit des Geistes eins werden.

Johannes 17:21 Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns, so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast.

In Johannes 17 betet Jesus für seine Jünger. Er wusste, dass sie durch Schwierigkeiten gehen werden, und er betete für die Einheit – eine Einheit, die von Gott kommt. Und dies wird die Welt dazu bringen, Jesus anzuerkennen. Lasst unsere Reaktion auf diese globale Krise von Vertrauen in Gott und Liebe zu unserem Nächsten bestimmt sein.

Jesus wusste, wie relevant sein Gebot „Fürchte dich nicht“ im Laufe der Zeit sein würde. In der ganzen Bibel sagt uns Gott, dass wir uns aus gutem Grund nicht immer und immer wieder fürchten sollen – Angst ist ein lähmender Motivator. Vielmehr sind wir nicht länger Sklaven der Angst, weil Gott versprochen hat, mit uns und für uns in Krankheit und Gesundheit, in Freude und in Trauer zu sein.

Ein Aufruf zum Gottvertrauen kann aber manchmal einen subtilen Geschmack von geistlicher Überheblichkeit haben. Sicherlich nicht absichtlich, aber es schafft oft die Illusion eines „besseren Christen“ – ich vertraue Gott mehr als die Anderen. Dies ist das Echo des Gleichnisses Jesu vom Pharisäer und dem Zöllner in Lukas 18,9-14.

Ein Mittel gegen Furcht oder geistliche Arroganz und Überheblichkeit ist es, einander zu lieben. 1 Johannes 14,18 sagt uns: „Es ist keine Furcht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe vertreibt die Furcht“.

Die Angst zwingt uns, unsere Mitmenschen zu verletzen, mit unseren Ressourcen unüberlegte Entscheidungen zu treffen und uns so zu verhalten, als ob Gott nicht mehr souverän wäre.

Die Liebe hingegen ist geduldig, freundlich und hoffnungsvoll, sie ist nicht selbstsüchtig oder entehrend für andere. So wie Gott die Rhythmen unseres Wachstums respektiert und sich uns nicht aufdrängt, sollen wir die Prozesse des anderen respektieren. Wir alle wissen, wie es sich anfühlt, auf der Empfangsseite „kluger christlicher Antworten“ zu stehen, die den Glauben nur billiger machen und unsere Herzen denen gegenüber verschließen, die versuchen, uns zu ermutigen…

Historisch gesehen haben die Christen nicht immer gut auf Krisen reagiert. Im 14. Jahrhundert enthüllte “der Schwarze Tod” den Antisemitismus in Europa – die Christen glaubten, dass die Juden ihre Brunnen vergiften und begannen daher, sie auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

Wenn wir noch weiter in die ersten drei Jahrhunderte n. Chr. zurückgehen, können wir uns davon inspirieren lassen, wie die Christen auf die Pest in Rom reagierten. Da die römischen Bürger sich vor einer Ansteckung schützten, indem sie ihre eigenen kranken Verwandten auf die Straße schickten, waren es die Christen, die auf die Straße gingen, um sie zu holen, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern und sie in vielen Fällen in ihren Häusern aufzunehmen, damit sie in Würde sterben konnten. Aus diesen Gründen räumte ein Kaiser, der die Vernichtung aller Christen aus Rom durch religiöse Verfolgung und Völkermord anstrebte, in einem Brief an einen Freund ein, dass er das schnelle Wachstum der christlichen „Sekte“ nicht aufhalten konnte, weil die Christen die Armen, Kranken und Schwachen Roms mit mehr Sorgfalt und Mitgefühl behandelten als Rom.

Mögen wir aus den Fehlern der Vergangenheit und auch aus den heroischen, vom Geist geführten Taten lernen. Mögen wir der subtilen Versuchung einer selbstgerechten Haltung widerstehen und mögen wir in unserer Reaktion auf eine solche Situation Christus in starker Sanftmut und Liebe widerspiegeln, in dem Wissen, dass die Quelle unseres Friedens nicht in vorteilhaften Umständen, sondern in der Gegenwart Gottes inmitten aller Umstände liegt.

Bitte betet dafür, dass Gott uns Weisheit und Leitung schenkt, so dass wir aus dieser herausfordernden Situation gestärkt hervorgehen. Nehmt euch gerade in diesen Wochen persönlich und gemeinsam Zeit Gott zu loben und zu beten, ganz besonders für die Entscheidungsträger und Menschen in medizinischen Berufen.

Betet für besonderen Schutz für die Alten, Kranken und Immungeschwächten. Helft ganz besonders diesen Leuten in eurem Umfeld, wenn es z.B. um Einkaufen oder andere Dinge geht.

Philipper 4,7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.

Euer Claudiu Petrule (Pastor)